Förderschwerpunkte 2026

Neben unserem Hauptziel, der Förderung von Vielfalt, Toleranz und Demokratie, benennt unsere Partnerschaft für Demokratie jedes Jahr konkrete Ziele, an denen die geförderten Projekte ausgerichtet sein sollen. Für 2026 sind dies:

ZIEL 1: Demokratiestärkung vor Ort: Stärkung von Kindern, Jugendlichen und Zivilgesellschaft im ländlichen Raum

Worum geht’s?

Kinder und Jugendliche zu unterstützen, ihre Lebenswelten partizipativ und demokratisch zu gestalten, Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements vor Ort

Beispiel aus der Partnerschaft:

Konflikte lösen – Gemeinschaft stärken Mit diesem Projekt wurde 2023 auf vermehrte Konflikte unter Jugendlichen in der Gemeinde Lalendorf reagiert. In einem dreistufigen Programm lernten Kinder und Jugendliche den Umgang mit Konflikten und Aggressionen.

Was kann man tun?

  • Unterstützung eines Jugendparlaments im Amt Krakow am See
  • Vorhandenes junges Engagement sichtbar machen, stärken und feiern (z.B. Karnevalsumzug oderLove Parade für und mit Kindern und Jugendlichen, die sich in der Schule, im Verein oder der Freizeit für etwas stark machen).
  • Schüler:innenvertretungen in ihrer Arbeit unterstützen (z.b. durch Workshops zu gewaltfreier Kommunikation) 
  • Multiplikator:innen der Kinder- und Jugendarbeit aus- und weiterbilden (z.B. durch praxisbezogene Projektwoche zum Thema Antidiskriminierung)
  • Fortbildungen für Fachpersonal (z.B. Kita-Fachtag zum Umgang mit rechtsextremen Tendenzen)
  • Besuch im Kreistag und/oder Landtag- Einladung von Abgeordneten zu Gesprächsrunden in die Amtsbereiche

ZIEL 2: Gestaltung von Vielfalt im täglichen Miteinander

Worum geht’s?

Aktionen, die Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Herkunft, Gesundheit etc. zusammenbringen

Beispiel aus der Partnerschaft: 

Der Herbst wird international im Bürgerhaus Gottin

Bei diesem Projekt begegneten sich 2024 bei verschiedenen Veranstaltungen (Kochkurs, Chor, Konzert) verschiedene Kulturen, tauschten sich aus und schufen während der Aktivität etwas Gemeinsames.

Was kann man tun?

  • generationsübergreifender Aktionstag
  • Café oder Picknick der Kulturen
  • inklusive Ralley (z.B. mein Dorf vom Rollstuhl aus – Perspektivwechsel für alle, die laufen können)

ZIEL 3: Extremismus und Antisemitismus vorbeugen

Worum geht’s? 

Projekte zur Sensibilisierung der Bevölkerung im Umgang mit  populistischem und rechtsextremem Gedankengut.

Beispiel aus der Partnerschaft:

Der Aktionstag „Gesicht zeigen – Demokratie leben“ war 2024 eine Antwort auf zunehmende rechtsextreme Anfeindungen gegen Akteure der Zivilgesellschaft und Verwaltung in unsere Amtsbereichen. Er diente der gegenseitigen Stärkung der Bürger:innen durch Vernetzung und dem Sichtbarmachen einer prodemokratischen Haltung in der Bevölkerung.

Was kann man tun?

  • Zusammenschluss von Vereinen und Aktuer:innen, um die jeweilige Gemeinde oder den Ortsteil dauerhaft zu einer „bunten Insel“, einem lebenswerten und sicheren Ort gegen Rechtsextremismus zu machen.
  • Awareness-Projekte zu rechtsextremer Gewalt (z.B. Austausch mit Betroffenen)
  • Moderierte, ggf. aufsuchende Austausch- oder Informationsformate.
  • Diskussionsrunden innerhalb von Vereinen, um gegen Hass, Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus vorzugehen und sich nicht von Menschen mit politischen, demokratiefeindlichen und ideologischen Absichten vereinnahmen zu lassen.

ZIEL 4: Gesellschaftliche und politische Teilhabe ermöglichen

Worum geht’s? 

Einbeziehen von Menschen durch die Umsetzung eigener Projekte im Rahmen eines Vereins

Beispiel aus der Partnerschaft:

Der Verein Radeln ohne Alter e.V. wollte auf die Veränderungen der letzten Jahre reagieren und Brücken bauen, denn Vereinsamung, Diskriminierung und soziale Spaltung nehmen zu. Der Aktionstag wurde von allen Mitgliedern des Vereins gemeinsam durchgeführt. Es kamen Menschen jeden Alters und Hintergrunds kamen zusammen. Livemusik, Tanz, Rikschafahrten und internationale Einflüsse zogen viele an. In entspannter Atmosphäre waren ungewohnte Begegnungen möglich und das Verständnis füreinander wuchs.

Was kann man tun?

  • Entwicklung von Vereinsprojekten, die sowohl die Vereinsziele als auch die Ziele von Demokratie leben! bedienen.
  • aktive Einbindung junger Menschen in die Planung und Umsetzung Ihres Vereinsprogramms. Dadurch werden ihre Mitbestimmungsrechte gefördert und sie lernen, demokratische Prozesse direkt mitzugestalten.
  • Austauschrunden über kommunalpolitische Themen (Was bewegt uns vor Ort? Was können wir hier machen?)
  • Durchführen einer Zukunftswerkstatt zu lokalen Herausforderungen

ZIEL 5: Geschichts- und Wertebewusstsein fördern

Worum geht’s? 

Berücksichtigung von geschichtsträchtigen oder politisch bedeutsamen Jahrestagen.

Beispiel aus der Partnerschaft:

Rückkehr der alten Tora-Rollen:  

Im April 2023 konnte die früheren Tora-Rollen der Alten Synagoge in Krakow am See der Öffentlichkeit in einer Ausstellung zugänglich gemacht werden. Im Fokus stand einerseits das reiche, seit Jahrhunderten stattfindende jüdische Leben in Krakow; andererseits die Einbrüche des Nazi-Regimes für das jüdische wie demokratische Leben in Deutschland.

Was kann man tun?

Aktionen zu besonderen Aktions- oder Gedenktagen, z.B.

  • 08.05.2025 – Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und Ende des 2. Weltkrieges
    Stichworte: 80. Jahrestag, Frieden, Erbe des Nationalsozialismus, Rechtsextremismus heute, Folgen von Diskriminierung, Verleumdung und Untergaben der Demokratie, Wiederholung der Geschichte, Antisemitismus
  • 23.05.2025 – Tag des Grundgesetzes
    Stichworte: deutsche Demokratie, unser Wertegerüst, Demokratie (heute) leben
  • 01.06.2025 – Internationaler Kindertag / 20.11.2025 – Internationaler Tag der Kinderrechte
    Stichworte: Kinderrechte, Zukunft der Demokratie, Wie leben Kinder woanders? Wie will ich leben? Miteinander der Generationen
  • 03.10.2025 – Tag der deutschen Einheit
    Stichworte: 35. Jahrestag der Wiedervereinigung, Ost/West, Grundgesetz, parlamentarische Demokratie, Was kann man aus unterschiedlichen Systemen lernen?

ZIEL 6: Netzwerkaufbau unterstützen

Worum geht’s? 

Kontaktaufnahme zu weiteren starken Partnern

Beispiel aus der Partnerschaft:

Gemeinsames Durchführen einer Demokratiekonferenz in Form der JuKo (JugendKonferenz) mit der  PfD des Landkreises und weiteren Partner:innen.

Was kann man tun?

  • Tag der Vereine organisieren
  • Gemeinsame größere Projekte mehrerer, auch nicht im Amtsgebiet ansässiger Vereine zu gemeinsamen Themen.
  • Landes- oder landkreisweiter Fachtage zu speziellen Themen
  • -Schaffung einer Internetplattform zur Vernetzung aller Vereine

ZIEL 7: Digitalisierung und Umgangsformen im Internet

Worum geht’s

Projektarbeit zu Chancen und Herausforderungen neuer Medien.

Beispiel aus der Partnerschaft:

Cyber-Mobbing:
Bei dem umfangreichen Schulprojekt befassten sich Schüler:innen2020 mithilfe von Online-Befragungen, Workshops und Informationsmaterialien mit dem Komplex Cyber-Mobbing.

Was kann man tun?

  • Medienprojekte in Bildungseinrichtungen.
  • Digitale Freizeitangebote durch Medienpädagog:innen.
  • Gemeinsam Dorfnetze entwickeln (Homepages, moderierte Kommunikation und Information)
  • Kinder/Jugendliche erklären älterer Generation WhatsApp & Co. (z.B. in regelmäßiger Erste-Hilfe-Informatik-Sprechstunde in einem Jugendclub oder einer Seniorentagesstätte)

ZIEL 8: Geschlechtergerechtigkeit* fördern

Worum geht’s?

Empowerment-Angebote für Mädchen und Jungen und für Angehörige von LGBTQIA+ * Gender Mainstreaming „Das Leitbild der Geschlechtergerechtigkeit bedeutet, bei allen gesellschaftlichen undpolitischen Vorhaben die unterschiedlichen Auswirkungen auf die Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern grundsätzlich undsystematisch zu berücksichtigen.“ Weitere Infos hier

Beispiel aus der Partnerschaft:

Mein Körper gehört mir 
Bei diesem Projekt für Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren, ihre Eltern und Interessierte aus ihrem sozialen Umfeld ging es 2023 um die Sensibilisierung zum Thema „sexualisierte Gewalt“. Mit Informationsmaterial, Beratung, Austauschrunden und einem interaktiven Theaterstück wurden verschiedene Wege eröffnet, um sich mit der Problematik auseinanderzusetzen.

Was kann man tun?

  • Gestaltung von Safe Spaces im Jugendclub oder auf der JugendKonferenz 2025
  • Öffnung/Ermöglichung von genderunabhängigen Freizeitangeboten (z.B. Handwerk für alle)


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