„Faschismus ist keine Meinung – Stabil bleiben in autoritären Zeiten“ – eine Lesung mit Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk

Sep. 23, 2026

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Heimat“ der PfD fand am 19. September 2026 im Gutshaus Linstow die Lesung mit Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk aus seinem Buch „Faschismus ist keine Meinung – Stabil bleiben in autoritären Zeiten“ statt. Die Reonanz war so groß, dass der Historiker und Publizist separat saß, damit das Publikum ausreichend Platz hatte, das aus den Amtsbereichen Krakow am See und Mecklenburgische Schweiz sowie aus umliegenden Städten und Landesteilen (Landkreise Rostock und Ludwigslust-Parchim, Rostock und Waren und Berlin) angereist war. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung durchgeführt.

Pessimismus, Autoritarismus, Verklärung - eine Einordnung

Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk stellte die Kernthesen seines 2026 erschienen Essays vor. Er führte aus, dass die gegenwärtige Bundesrepublik zwar grundlegend stabil sei, jedoch eine Verklärung aktueller und vergangener faschistischer Regime (darunter auch die DDR) stattfinde, die in hochgradig krisenhaften Zeiten sowie in einem schon andauernden Zustand gesellschaftlicher Zukunftslosigkeit uns an die "Schwelle zu autoritären Zeiten" bringe. Kowalczuk unterstrich kurz vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern die Rolle einer aktiven Zivilgesellschaft, um antidemokratischen Tendenzen und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegen zu treten und ihnen nicht mit falscher Toleranz oder schlicht Passivität begegnet werden dürfe.

Publikumsgespräch und Diskussionen bis übers Veranstaltungsende hinaus

Beim anschließenden Publikumsgespräch wurde lange und ausführlich diskutiert. Eines der Hauptthemen dabei: Das einzige, das Gewissheit und Stabilität hat, ist das Vergangene. Also flüchten wir dorthin zurück, wenn wir mit Gegenwart und/oder Zukunft nicht klarkommen. Und verändern unseren Blick auf Geschichte je nach Auslegung oft drastisch - Beschönigung und Verdrängung inklusive.

Eine zweite Frage, die intensiv und selbstkritisch besprochen wurde, war die Struktur engagierter zivilgesellschaftlicher Milieus, die wie „Bubbles“ wirken. Das Publikum hinterfragte, wie eine Erweiterung dieser Räume gelingen kann, um auch Personen außerhalb bestehender Netzwerke zu erreichen.

Der große Andrang, die langanhaltenden Diskussionen und der große Gesprächsbedarf zeigten, wie stark hier ein Nerv getroffen wurde.

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