„Deutschland, siehst Du das nicht?“

Okt. 5, 2026

Ein nachdenklich, berührender Abend zum Tag der deutschen Einheit

Am Ende gab es Standing Ovations. Das Theaterkonzert zum Tag der deutschen Einheit war eine Zeitreise in die Vergangenheit – und gleichzeitig erschreckend aktuell. Wie konnte die Weimarer Republik innerhalb weniger Jahre ausgehöhlt und schließlich zerstört werden?

Roman Knizka und das Bläserquintett OPUS 45 führten ihr preisgekröntes Programm „Deutschland, siehst Du das nicht? - Untergang der Weimarer Republik (1929-1933)" in der Alten Synagoge Krakow am See auf. Das Theaterkonzert zeichnete Deutschlands Weg von 1929 bis 1933 nach – mit Zeitzeugenberichten, journalistischen Texten, Gedichten, Liedern und Spielszenen.

Was damals geschah...

Der Schauspieler Roman Knizka schlüpfte in unterschiedliche Figuren und ließ die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen jener Jahre lebendig werden: Armut und Hunger, politische Gewalt, den schrittweisen Umbau von Staat, Bildung und Kultur sowie die Sehnsucht nach Ablenkung, Gemeinschaft und sicheren Rückzugsorten.

Von Goebbels, Comedian Harmonist, Cole Porter und Wagner

Den Rahmen bildete Joseph Goebbels an seinem Schreibtisch: Zu Beginn nach Stresemanns Tod - am Ende nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler. Die Musik von Wagner begleitete seine Einträge und wird zum Leitmotiv des Abends, ein musikalischer Kommentar und Totengesang auf die Weimarer Republik.

Besonders deutlich wurde dabei, dass ihr Ende nicht allein Folge einzelner Krisen war. Das Konzert zeigt das Zusammenspiel politischer Strategien, gesellschaftlicher Spannungen, Gewalt und institutioneller Entscheidungen, durch das die Demokratie Schritt für Schritt ihre Grundlage verlor.

Das Publikum dankte dem Ensemble mit langem, stehenden Applaus. Viele Besucherinnen und Besucher blieben anschließend zum Gespräch mit den Künstlern. Ein Gespräch, das wie auch bei den anderen Veranstaltungen der Reihe „Heimat“ der Beratung für Demokratiestärkung und Rechtsextremismus ein enormes Bedürfnis nach Austausch offenbart.

An dieser Stelle gilt der explizite Dank der Landeszentrale für politische Bildung, der Sebastian-Cobler-Stiftung für Bürgerrechte, dem Kulturverein Alte Synagoge e. V. sowie den Künstlern, die diesen Abend ermöglicht haben.

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