
Anlässlich des Tags der Deutschen Einheit laden wir im Rahmen unserer Reihe "Heimat" zu einer außergewöhnlichen literarisch-musikalischen Veranstaltung ein. „Deutschland, siehst du das nicht?“ – eine Kooperation des bekannten Schauspielers Roman Knižka und des hochkarätigen Bläserquintetts OPUS 45 – richtet den Blick auf eines der folgenreichsten Kapitel der deutschen Geschichte.
Weimarer Republik & die Gegenwart
Der Titel des Programms greift eine eindringliche Zeile aus Kurt Tucholskys Gedicht „Deutschland, erwache!“ von 1930 auf. Es war ein scharf formulierter Warnruf vor Radikalisierung, Gewalt und dem drohenden Zerfall demokratischer Normen.
Die erste deutsche Demokratie war von Beginn an schwersten Belastungen ausgesetzt. Zwischen 1929 und 1933 beschleunigte sich dieser Prozess zusehends: Weltwirtschaftskrise, Notverordnungen, Massenarbeitslosigkeit und politische Polarisierung erschütterten die junge Republik. Doch mitten in den Krisen gab es auch eine Epoche kultureller Blüte, in der Theater, Literatur, Film und Musik Maßstäbe setzten und das Lebensgefühl einer ganzen Generation prägten.
Literatur, Musik, lokale Geschichte im Dialog
Roman Knižka und OPUS 45 spüren diesem Spannungsfeld mit einer vielschichtigen Dramaturgie nach. Literarische Texte von Kurt Tucholsky, Erich Kästner und Mascha Kaléko treffen auf Zeitzeugnisse, Reportagen und Tagebuchaufzeichnungen – unter anderem von Victor Klemperer und Sebastian Haffner. Ein besonderer regionaler Akzent beleuchtet zudem, wie die Menschen vor Ort die dramatischen Umbrüche jener Jahre erlebten.
Musikalisch wird dieses Zeitporträt vom Bläserquintett OPUS 45 getragen. Das Ensemble, dessen Mitglieder in renommierten Orchestern wie der Hamburgischen Staatsoper oder der Dresdner Philharmonie spielen, spiegelt die musikalische Vielfalt der Epoche wider. Neben Werken von Hanns Eisler, Erwin Schulhoff und Kurt Weill erklingen auch prägende Schlager und die Tanzmusik der 1930er-Jahre.
Ein Plädoyer für die Demokratie
Die Weimarer Republik war keine Totgeburt und ihr Scheitern keineswegs zwangsläufig. Das Programm macht deutlich, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern aktiv geschützt und gelebt werden muss. Am Tag der Deutschen Einheit stellt der Abend daher eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: Welche Lehren ziehen wir heute aus dem Untergang der ersten deutschen Demokratie für unsere eigene Gegenwart?
Das Team der Partnerschaft für Demokratie der Ämter Krakow am See und Mecklenburgische Schweiz freut sich besonders, dass die Künstler*innen im Anschluss gerne mit dem Publikum ins Gespräch gehen möchten.
Veranstaltungsinformationen auf einen Blick:
- Datum: 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit)
- Uhrzeit: 19 Uhr
- Ort: Alte Synagoge Krakow am See, Schulplatz 1, 18292 Krakow am See
- Barrierefreiheit: Der Raum ist NICHT barrierefrei zugänglich, aber viele helfe Hände werden das wettmachen. Wenn Sie unsicher sind oder im Vorfeld Ihre Teilnahme sichern möchten, melden Sie sich gerne bei uns.
- Mitwirkende: Roman Knižka (Rezitation) & Bläserquintett OPUS 45
- Teilnahme: Die Teilnahme ist kostenlos.